Presseaussendung, 27.6.2013

Bebauungsplan gefährdet erneut alten Baumbestand

LINZ. Gegen den neuen Bebauungsplan für den Häuserblock Mozart-, Fadinger-, Harrach- und Dinghoferstraße protestieren AnrainerInnen, die sich zur „Initiative Innenhofgrün“ zusammen geschlossen haben. Laut Planentwurf darf das Haus Fadingerstraße 17, das der evangelischen Kirche gehört, um einen Zubau von ca. 15 Metern in den Innenhofgarten erweitert werden.“Dadurch werden die Bewohner der Nachbarhäuser ‚eingekastelt'“, so die Sprecher der Initiative, die in der Verbauung ihrer bisherigen Grünoase einen Tabubruch sehen, dem weitere folgen könnten. Außerdem müsste ein prächtiger, ca. 60 Jahre alter Nussbaum im Garten dieses Hauses einer geplanten Tiefgarage weichen, obwohl er von den Stadtgärten Linz schon als erhaltenswert im Bebauungsplan-Entwurf gekennzeichnet war. Die Initiative ist verärgert, dass das zuständige Anlagen- und Bauamt die Kennzeichnung wieder rückgängig gemacht hat. „Hier wurden aufgrund politischer Intervention übergeordnete Stadtentwicklungsziele für ein einzelnes Bauprojekt geopfert“, verweist die Gruppe auf das „Örtliche Entwicklungskonzept“ der Stadt Linz, in dem u.a. die „Erhaltung der begrünten Innenhöfe“ als Ziel festgehalten ist.

Ein – ebenfalls erhaltenswerter – 100jähriger Ginkgo im Nachbargarten wurzelt so nahe an der Grundstücksgrenze, dass auch er vom Bauprojekt stark gefährdet wäre. „Schlimmstenfalls bleiben von ursprünglich vier erhaltenswerten Bäumen nur zwei übrig“, zeigt sich die Initiative empört, „wir appellieren daher an die evangelische Kirche und an die Stadtverwaltung, Verantwortung für die Umwelt und das nachbarschaftliche Miteinander zu übernehmen. Der Zubau muss aus den Plänen wieder gestrichen werden. Wenn eine Tiefgarage nötig ist, soll sie so gebaut werden, dass Nussbaum und Ginkgo weiterleben können!“

„Katastrophal ist, dass die schönen, alten Bäume in unserem Hof durch ein zweites bevorstehendes Bauprojekt zusätzlich dezimiert werden: Erstaunlicherweise muss die Ärztekammer, die in der Mozartstraße 33 baut, nicht einmal einen großen Baum nachpflanzen, obwohl das der bestehende Bebauungsplan so vorschreibt. Stattdessen kommen zwei Zwergbäumchen hin, die nicht annähernd die selbe Wirkung haben werden“, bedauert die Initiative und erinnert an die ca. 60 (!) Bäume, die vor sechs Jahren der Tiefgarage beim Kaufmännischen Vereinshaus und Park Inn Hotel geopfert wurden. Auch die Neugestaltung einiger öffentlicher Plätze (zB Pfarrplatz, Neuer Dom, Nordico, Schillerpark, Martin-Luther-Kirche) habe in der jüngeren Vergangenheit die Kritik vieler LinzerInnen auf sich gezogen, da große Bäume gepflasterten Flächen weichen mussten. “Hat denn die Stadtverwaltung noch immer nichts aus den bisherigen Bürgerprotesten gelernt?”

Alle Interessierten lädt die Initiative ein, sich auf ihrer Website http://innenhofgruen.raz.or.at/ näher zu informieren und bis 9. Juli die Einwendungen gegen den Bebauungsplan-Entwurf mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Am Freitag, den 5. Juli, lädt die Initiative ab 18 Uhr zu einer Info-Party in ihren Innenhofgarten (Zugang über Mozartstraße 31). Um unverbindliche Anmeldung an innenhofgruen (@) raz.or.at wird gebeten!

Panorama des Innenhofs Mozart-, Fadinger-, Harrach-, und Dinghoferstraße

Panorama des Innenhofs Mozart-, Fadinger-, Harrach-, und Dinghoferstraße

Nussbaum im Garten von Fadingerstraße 17 (Evangelische Kirche)

Nussbaum im Garten von Fadingerstraße 17 (Evangelische Kirche)

[Weitere Fotos finden Sie in unserer Fotogalerie.
Bei Rückfragen: Bernhard Reiter, innenhofgruen (@) raz.or.at, 0650/6650333]



1 Kommentar zu “Presseaussendung, 27.6.2013”

  1. Alexander Mezger sagt:

    Liebe Freunde der grünen Innenhöfe in Linz!

    Ich wohne im Haus Fadingerstraße 17a und habe mit allen Mitbewohnerinnen gesprochen. Alle sind entsetzt, dass das jetzige, bereits genehmigte Bauvorhaben erst der Beginn des Kahlschlages unseres Innenhofes sein soll. Wir sind von Straßen ohne jeden Baum umzingelt und nun soll auch der Innenhof „entgrünt“ werden.

    Wenn schon Private und sogar Kirchen keinerlei Rücksicht auf Bewohner und die Natur nehmen, ist es um so unverständlicher, dass dies durch den Magistrat und die Politik unterstützt wird.

    Im Namen unserer Bewohnerinnen wünsch ich Euch viel Erfolg!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dieser Artikel wurde am Juni 26, 2013 in der Kategorie Unsere Presseaussendungen abgelegt. Sie können die Antworten zu diesem Artikel über den RSS 2.0-Feed abonnieren. Die können diesen Artikel kommentieren, oder einen Trackback von Ihrer eigenen Website hinzufügen.