Artikel in der Presse, 3.8.2013

Linzer fordern Schutz für Bäume und grüne Innenhöfe

Stadtplanung. Die Initiative Innenhofgrün setzt sich in Linz gegen Bauten in Höfen ein. In Graz fordert eine prominente Gruppe eine Reform des Baurechts, um überdimensionierte Bauvorhaben einzuschränken.

Linzer Sorgen: Auch der 100-jährige Ginkgo sei in Gefahr, heißt es.

Linzer Sorgen: Auch der 100-jährige Ginkgo sei in Gefahr, heißt es.

Linz/Graz/Cim. Um mehr grünen Lebensraum geht es auch in den Bundesländern. In Linz formiert sich Widerstand gegen ein Verbauen grüner Innenhöfe. Konkret geht es um den Bebauungsplan für den Häuserblock Mozartstraße, Fadingerstraße, Harrachstraße und Dingerhoferstraße. Das Gebäude in der Fadingerstraße 17 gehört der evangelischen Kirche, und diese plant einen Zubau von etwa 15Metern in den Hof. „Die Bewohner der Nachbarhäuser werden eingekastelt“, sagt Bernhard Reiter von der Initiative Innenhofgrün. Außerdem müsse ein 60 Jahre alter Nussbaum einer Tiefgarage weichen, obwohl er im Entwurf des Bebauungsplans als erhaltenswert gekennzeichnet wurde.

Der Plan werde derzeit überarbeitet, das komme dem Bauprojekt zugute. Die Änderungen sollen den Bau von Tiefgaragen erleichtern, fürchtet Reiter. Die Initiative fordert eine Änderung des Plans, dazu wurden zuletzt Unterschriften an Gunter Amesberger, den Direktor der Stadtentwicklung für Linz, übergeben. Und die Initiative kritisiert auch ein zweites Projekt: den Bau der Ärztekammer in der Mozartstraße 33. Die Kammer müsse dafür keinen einzigen Baum nachpflanzen, obwohl der Bebauungsplan das vorschreibe, heißt es. Aber der Initiative geht es nicht um einzelne Bäume, sondern um eine Tendenz in Linz: Die Neugestaltung einiger Plätze – Pfarrplatz, Nordico, oder Schillerpark etwa – habe den Baumbestand reduziert. „Die gewachsene Struktur, der historische Bestand geht verloren“, sagt Reiter.

Und auch in Graz hat sich zuletzt eine Initiative formiert, die ein „unverwechselbares Graz“ fordert und sich gegen „überdimensionierte Bauprojekte“ wendet. Auch dem Verdichten der Stadt durch das Verbauen von Innenhöfen oder durch überdimensionierte Dachgeschoßausbauten müsse Einhalt geboten werden, heißt es.

Grazer Protest gegen Verdichten

Die Gruppe sammelt unter anderem online Unterschriften: So wird beispielsweise die Neufassung von Baugesetzen gefordert, die bisher einseitig Investoren begünstigen würden. Das mache Wohnraum unerschwinglich teuer und das Erhalten alter Gebäude schwer. Ein Beispiel sei das aktuell in Bau befindliche Projekt Pfauengarten mit Quadratmeterpreisen von bis zu 9600 Euro.

„In Anbetracht des großen Investitionsdruckes, der auf Graz als erfreulicherweise wachsende Stadt lastet, sind klare Vorgaben der Stadtplanung unabdingbar“, fasste Heinz Rosmann, ehemaliger Stadtplaner, zusammen. Damit seien etwa die Erstellung eines räumlichen Leitbildes, verbindliche Bebauungspläne sowie die Beachtung von Bebauungsdichten gemeint.

Die Gruppe setzt sich aus prominenten Mitgliedern zusammen: Architekten wie Eilfried Huth, Wolfgang Kapfhammer und Heiner Hierzegger, auch Künstler, Politiker und Wissenschaftler sind darunter. In der Liste der kritisierten Bausünden findet sich die voluminöse Überbauung der Thalia oder der anstelle eines historischen Gasthauses errichtete Block des K1-Technoparks Graz-West oder das Wohn-und Bürogebäude Pfauengarten.

(Online unter http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1437692/Linzer-fordern-Schutz-fuer-Baeume-und-gruene-Innenhoefe)

Artikel in der Presse vom 3. August 2013, Seite 21.

Artikel in der Presse vom 3. August 2013, Seite 21.



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